Ich bin kein schlaues Wesen, manchmal wünschte ich, ich wär's.
Es ist der Wunsch nach Anerkennung oder das "ich kann auch gut sein Gefühl".
Es ist nicht das Angeben, oder vielleicht doch? Das Angeben mit den Dingen, die ich mal gut kann und ihr nicht.
Das Angeben mit einer bewundernswerten Eigenschaft, so war das glaub ich.
Ich will mal groß raus. Ich weiß, das geht so nicht. Ich will ganz ich sein, aber ich finde mich nicht.
Ich will nicht immer mit Ich anfangen, aber ich bin selbst reflektiert und selbstbezogen, dafür kann ich nichts.
Ich brauche zu lange. Ich denk' zu viel nach. Wenn alle denken, dass ich dumm bin, denke ich am meisten nach.
Ich weiß nicht was los ist. Ich weiß nicht warum, ich bin nicht dumm, nur weil ich frag 'warum'.
Manchmal verkauft man sich für eine Person, die man nicht ist und wisst ihr was? Das ist ganz einfach Frust.
Also ich nenn' es Frust. Frust immer mit Ich anfangen zu müssen.
Frust nicht Ich selbst sein zu dürfen?
Frust ganz einfach Morgens auf zu wachen, in den Spiegel weg zu schauen und bloß nicht hingucken, weil du dich verändert hast, das ist nicht Anel. "Das ist nicht Anel" sag ich mir dann und gehe voll Wut entbrannt, könnt' wieder eine Tür kaputt schlagen, wie ich's öfter tat. Frust sobald ich meine Maske aufsetze und mich mit ihr in den Klassenraum setze.
Es ist Frust und Gewohnheit.
Sie schreibt sowieso die schlechteste Note, schreibt sie mal 'ne 1, ist es immer noch Dummheit.
Es ist meine Schuld, euch das falsche Ich vorzustellen. Es ist die Frustration. Mit dem Ich muss ich mich noch weiterhin quälen.
Und dann kommt das Selbstbewusstsein wieder und ich kann sagen, was ich getan hab war genug und vielleicht schon ein wenig zu viel.
Ich habe geschafft, gewonnen und verstanden. Vor allem verstanden. Das was ihr nie könnt verstehen. Ich habe großes geleistet die letzten Tage, ich habe versagt und trotzdem geleistet.
Ein Kapitel an Erfahrung habe ich abgeschlossen. Mutig und tapfer. Ich bin ein Superheld.
Magersucht hatte ich gehabt, habe ich gelebt, habe ich verbrannt, habe ich verbannt, aus meinem Leben geschmissen. Die Krankheit hat mich eh nur beschissen.
Was soll's, ich hab meinen Weg. Ich weiß, wer ich bin, nur traurig ist, dass ich es bald vergessen kann, wenn ich nicht weiß, wie es geht, mich lieben zu lernen und das vielleicht in dem Moment niemand versteht. Vielleicht ist's auch gut so, so tun als wenn nichts war oder wär gewesen.
Ich bin eben kein schlaues Wesen, manchmal wünschte ich, ich wär's.
Es begann alles mit einer simplen Diät und einer Menge Selbstzweifel, die sich nach einem bestimmten Ereignis entwickelten und durch den darauffolgendem Schulstress, noch größer wurden. Jedoch ist am Ende keiner Schuld. Alles sammelt sich und wird zu einem riesen Problem, welches in 1 von 5 Fällen zum Tod führen kann.
Dienstag, 21. Januar 2014
Montag, 6. Januar 2014
Kurzgeschichte: Alt
Marta ruft mich schon zum Frühstück. Ach schon wieder blöden Tee. Wann krieg' ich wieder 'nen ordentlich Kakao mit ordentlich viel Zucker?
Immer das gleiche Frühstück. Dieses Haus ist zum kotzen.
Manchmal stelle ich mir vor ich bin dort wo ich einmal war. Damals haben sie mich noch öfters besucht. Damals hatte ich nicht dieses blöde Zimmer, das nichts besonderes ist, weil einfach jeder das gleiche Zimmer hier hat.
"Frau Reinhard?" "Frau Reinhard?" - "Ja Mensch ich komme doch schon!"
"Kann ich ihnen helfen?" - "Sie tun ja so, als wär ich 90 geworden, danke aber mir mein Jäckchen zuknöpfen werde ich noch selbst hinkriegen."- "Ja selbstverständlich Frau Reinhard, es war nur gut gemeint."
Ach Gott fast hätte ich meinen eigenen Geburtstag vergessen. Ist doch klar, dass sie mir alle helfen wollen. In deren Augen bin ich doch schon längst tot.
"Nun sitze ich hier und es gibt keinen Kuchen?" "Frau Reinhard, ich bitte sie, ihr Diabetes, lässt einen leckeren Kuchen nicht zu und ist etwas herzhaftes am Morgen nicht sowieso besser?"
"Sie stellen sich alle so an, unglaublich. Ich wünschte, sie würden mir, die Entscheidung überlassen, was besser für mich ist. Ansonsten verliere ich noch meine komplette Persönlichkeit in diesem Haus."
"Ist denn Fred hier gewesen?" -"Der müsste bald kommen."
Es ist nun Abends, der ganze Tag ist rum und keine Spur von meinem Fred.
Letztes Jahr war er öfters hier. Ich habe Blumen an meinem Geburtstag bekommen.
Vielleicht denken die jungen Leute von Heute, Blumen seien ein gutes Geschenk, für Menschen wie mich. Na, wenn sie alle in einen Topf packen, soll es ihre Sache sein. Ich jedenfalls mag keine Blumen.
Na dann ist es wohl dieses Jahr anders. Ab heute besucht man mich wohl noch nicht einmal an meinem Geburtstag. Soll mir auch Recht sein. Es macht mich nicht gerade glücklich, aber es soll mir recht sein. Mit dem Alter wird man wohl vergessen.
Ich weiß noch damals, da war Fred so glücklich, als ich mit ihm zusammen zu seinem Fußballspiel ging. Er fand seine Mama damals, wie man heute so sagt, nochso cool. An meinem Geburtstag habe ich immer selbstgeschriebene Gedichte von ihm bekommen.
Wie schnell die Wende geht. Heute bekomme ich keinen Besuch mehr. Ach ich sollte lieber nicht nörgeln. Alte Menschen nörgeln ja immer. Ich sollte mich damit abfinden, dass man mit dem Alter langweilig wird.
Nur frage ich mich die ganze Zeit über, ob man uns alte Menschen zu denen macht, die wir heute sind.
"Frau Reinhard?" "Frau Reinhard?"- "Ja was ist denn?"
"Ich habe ein Bad für sie eingelassen" - "Ja, ich komme ja schon"
Immer das gleiche Frühstück. Dieses Haus ist zum kotzen.
Manchmal stelle ich mir vor ich bin dort wo ich einmal war. Damals haben sie mich noch öfters besucht. Damals hatte ich nicht dieses blöde Zimmer, das nichts besonderes ist, weil einfach jeder das gleiche Zimmer hier hat.
"Frau Reinhard?" "Frau Reinhard?" - "Ja Mensch ich komme doch schon!"
"Kann ich ihnen helfen?" - "Sie tun ja so, als wär ich 90 geworden, danke aber mir mein Jäckchen zuknöpfen werde ich noch selbst hinkriegen."- "Ja selbstverständlich Frau Reinhard, es war nur gut gemeint."
Ach Gott fast hätte ich meinen eigenen Geburtstag vergessen. Ist doch klar, dass sie mir alle helfen wollen. In deren Augen bin ich doch schon längst tot.
"Nun sitze ich hier und es gibt keinen Kuchen?" "Frau Reinhard, ich bitte sie, ihr Diabetes, lässt einen leckeren Kuchen nicht zu und ist etwas herzhaftes am Morgen nicht sowieso besser?"
"Sie stellen sich alle so an, unglaublich. Ich wünschte, sie würden mir, die Entscheidung überlassen, was besser für mich ist. Ansonsten verliere ich noch meine komplette Persönlichkeit in diesem Haus."
"Ist denn Fred hier gewesen?" -"Der müsste bald kommen."
Es ist nun Abends, der ganze Tag ist rum und keine Spur von meinem Fred.
Letztes Jahr war er öfters hier. Ich habe Blumen an meinem Geburtstag bekommen.
Vielleicht denken die jungen Leute von Heute, Blumen seien ein gutes Geschenk, für Menschen wie mich. Na, wenn sie alle in einen Topf packen, soll es ihre Sache sein. Ich jedenfalls mag keine Blumen.
Na dann ist es wohl dieses Jahr anders. Ab heute besucht man mich wohl noch nicht einmal an meinem Geburtstag. Soll mir auch Recht sein. Es macht mich nicht gerade glücklich, aber es soll mir recht sein. Mit dem Alter wird man wohl vergessen.
Ich weiß noch damals, da war Fred so glücklich, als ich mit ihm zusammen zu seinem Fußballspiel ging. Er fand seine Mama damals, wie man heute so sagt, nochso cool. An meinem Geburtstag habe ich immer selbstgeschriebene Gedichte von ihm bekommen.
Wie schnell die Wende geht. Heute bekomme ich keinen Besuch mehr. Ach ich sollte lieber nicht nörgeln. Alte Menschen nörgeln ja immer. Ich sollte mich damit abfinden, dass man mit dem Alter langweilig wird.
Nur frage ich mich die ganze Zeit über, ob man uns alte Menschen zu denen macht, die wir heute sind.
"Frau Reinhard?" "Frau Reinhard?"- "Ja was ist denn?"
"Ich habe ein Bad für sie eingelassen" - "Ja, ich komme ja schon"
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