Es begann alles mit einer simplen Diät und einer Menge Selbstzweifel, die sich nach einem bestimmten Ereignis entwickelten und durch den darauffolgendem Schulstress, noch größer wurden. Jedoch ist am Ende keiner Schuld. Alles sammelt sich und wird zu einem riesen Problem, welches in 1 von 5 Fällen zum Tod führen kann.

Dienstag, 21. Januar 2014

Poetry - Slam "Ich, die wahre Maske" - Anel

Ich bin kein schlaues Wesen, manchmal wünschte ich, ich wär's.
Es ist der Wunsch nach Anerkennung oder das "ich kann auch gut sein Gefühl".
Es ist nicht das Angeben, oder vielleicht doch? Das Angeben mit den Dingen, die ich mal gut kann und ihr nicht.
 Das Angeben mit einer bewundernswerten Eigenschaft, so war das glaub ich.


Ich will mal groß raus. Ich weiß, das geht so nicht. Ich will ganz ich sein, aber ich finde mich nicht.
Ich will nicht immer mit Ich anfangen, aber ich bin selbst reflektiert und selbstbezogen, dafür kann ich nichts.
Ich brauche zu lange. Ich denk' zu viel nach. Wenn alle denken, dass ich dumm bin, denke ich am meisten nach.
Ich weiß nicht was los ist. Ich weiß nicht warum, ich bin nicht dumm, nur weil ich frag 'warum'.

Manchmal verkauft man sich für eine Person, die man nicht ist und wisst ihr was? Das ist ganz einfach Frust.
Also ich nenn' es Frust. Frust immer mit Ich anfangen zu müssen.
Frust nicht Ich selbst sein zu dürfen?
Frust ganz einfach Morgens auf zu wachen, in den Spiegel weg zu schauen und bloß nicht hingucken, weil du dich verändert hast, das ist nicht Anel. "Das ist nicht Anel" sag ich mir dann und gehe voll Wut entbrannt, könnt' wieder eine Tür kaputt schlagen, wie ich's öfter tat. Frust sobald ich meine Maske aufsetze und mich mit ihr in den Klassenraum setze.
Es ist Frust und Gewohnheit.
Sie schreibt sowieso die schlechteste Note, schreibt sie mal 'ne 1, ist es immer noch Dummheit.
Es ist meine Schuld, euch das falsche Ich vorzustellen. Es ist die Frustration. Mit dem Ich muss ich mich noch weiterhin quälen.

Und dann kommt das Selbstbewusstsein wieder und ich kann sagen, was ich getan hab war genug und vielleicht schon ein wenig zu viel.
Ich habe geschafft, gewonnen und verstanden. Vor allem verstanden. Das was ihr nie könnt verstehen. Ich habe großes geleistet die letzten Tage, ich habe versagt und trotzdem geleistet.
Ein Kapitel an Erfahrung habe ich abgeschlossen. Mutig und tapfer. Ich bin ein Superheld.
Magersucht hatte ich gehabt, habe ich gelebt, habe ich verbrannt, habe ich verbannt, aus meinem Leben geschmissen. Die Krankheit hat mich eh nur beschissen.
Was soll's, ich hab meinen Weg. Ich weiß, wer ich bin, nur traurig ist, dass ich es bald vergessen kann, wenn ich nicht weiß, wie es geht, mich lieben zu lernen und das vielleicht in dem Moment niemand versteht. Vielleicht ist's auch gut so, so tun als wenn nichts war oder wär gewesen.

Ich bin eben kein schlaues Wesen, manchmal wünschte ich, ich wär's.

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