Es begann alles mit einer simplen Diät und einer Menge Selbstzweifel, die sich nach einem bestimmten Ereignis entwickelten und durch den darauffolgendem Schulstress, noch größer wurden. Jedoch ist am Ende keiner Schuld. Alles sammelt sich und wird zu einem riesen Problem, welches in 1 von 5 Fällen zum Tod führen kann.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Symptome - Anorexie

Ich; Mai 2011 kurz nach dem Krankenhausaufenthalt; es ging wieder 'Berg-ab'

Eines Tages fand' ich meine Mutter weinend in der Küche auf und fragte sie was los sei.
"Ist es denn möglich? Wie ist sowas möglich? Hast du's nicht gemerkt? Was ist los?" fragte sie mich. 

Was wollte sie von mir? Was zum Teufel, wollte sie von mir wissen?
"Heute Morgen, als du schon lange in der Schule warst, lagen eine Menge von Haaren auf dem Boden, Kopfkissen, Badezimmer, sie schienen deine zu sein"
Sie hatte Recht, komischer Weise sind meine immer dünner geworden. Ach jetzt sehe ich es auch! Da, da guckt eine 5 cm lange Strähne raus. Na toll, gerade an meiner Stirn, wo das doch total auffallen wird. Naja vielleicht kann ich es kaschieren, so tun als sei es ein bloßer Pony. 

"Du glättest deine Haare doch garnicht, sie waren immer sehr schön. Du pflegst sie sehr gut und ich kaufe dir immer dein 'extra' Zeugs. 
Ich realisierte nicht was los war. Warum machte sie einen Aufstand, wegen ein paar Haare. Die wachsen doch wieder!
"Du hast ein Problem du musst ein Problem haben, blass bist du geworden, bist du krank, ich sehe dich ja kaum, immer bist du weg! Kannst du auch mal hier bleiben? Heute gehst du nicht joggen!"
Maaaaaaaan! Das kann sie doch nicht machen. Ich hätte nie gedacht, dass mir meine Haare mal so etwas antun konnten. Schrecklich, sie kann mir doch nicht verbieten joggen zu gehen. Wie kriege ich den Apfel von heute Morgen denn wieder weg??? NEIN NEIN NEIN. ICH HASSE SIE. ICH HASSE SIE.

Ich frierte so oft und so stark. Noch nie habe ich so eine fürchterliche Kälte gespührt.
Es waren 21°C draußen. Ich packte mir ein paar alte Wärmeflaschen von Unten und klemmte sie mir zwischen die Beine, eine lag auf meinem Bauch. Die Heizung war nicht an, was erwarte ich denn auch? Es war Anfang Sommer. So gegen Mai.

Das Reiten viel mir immer schwerer. Ich fiel oft vom Pferd. Die vielen Wadenkrämpfe und Krämpfe in den Oberschenkeln hatten es mir nicht leicht gemacht. Ich hörte ganz auf zu reiten. 
Joggen fand' ich dann sowieso viel leichter. Billiger war es auch!


Fußball konnte ich vergessen, die Kondition war verschwunden. "Anel!! MENSCH! Lauf doch schneller! Du kriegst den Ball doch noch! Du schaffst das!" 
Oh man, war die Enttäuschung groß, als ich es dann doch nicht schaffte. Wäre ich bloß ein bisschen schneller gewesen, aber irgendwie knickte ich mit dem Fuß dauernt weg. Ich hörte auch hiermit auf. Meldete mich krank.


Schule, dort hat es alles angefangen. Ach Schule. Du gute alte Schule! 
NEIN. ich hasse dich noch immer! 
Die schlechte Noten zog ich nur so förmlich an. Was war bloß los? Ich war doch sonst immer eine der Besten. Aber nun, eine schlechte Note nach der anderen.
Ich fing an in meinem Collegeblock rumzukritzeln und schrieb mir meine persönliche Tagesroutine auf. 
Was esse ich heute? Wie lange mache ich heute Sport? Und welche Ausrede benutze ich dieses Mal?
Was sage ich wenn ich gefragt werde ob,... oder.. dies das. 

Ja klar! Irre klingt das. Aber so war es. 
Kein Wunder, dass meine Noten nur so fielen. Die Konzentration in der Schule hatte ich schon längst aufgegeben. Sie wurde mir entzogen. Eine Zeit lang dachte ich, ich wäre dumm geworden. 
Aber in einem wurde ich besser. Kalkulieren. Ausgerechnet MATHE. Ja ich konnte sehr gut Kopfrechnen, es viel mir einfacher als sonst. 
In der Situation hätte ich mir noch nicht denken können, dass es alles daran lag, dass ich alle Produkte im Supermarkt zweimal umdrehte und nach den Kalorien- und Fettwerten suchte, als ich mit Mama mal einkaufen gegangen bin.
Ich rechnete und rechnete, Kalorie für Kalorie. 

Als ich herausfand, dass eine Cola- light 0,25 kcal pro 100ml hatte bin ich förmlich ausgerastet. 
Ich weiß noch, als ich dieses stück Plastik gegen meine Zimmertür schmiss und heulte. 
So betrogen fühlte ich mich. Betrogen von den Leuten um mich herum. 


Mit der Zeit wurde mir erst alles klar und bis heute kann ich mir einige Sachen nicht erklären. 

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